Was schreibt man nun über sich selbst ? Einen Steckbrief mit all den ganzen Lieblingssachen reicht lange nicht aus, weil das nichts im geringsten aussagt. Worte darüber, wer man eigentlich ist, sind Puzzlestücke, welche zu dem ganzen Bild gehören. Mehr kann ich hier aber auch nicht bieten. Die meisten, die von sich behaupten, sie würden mich kennen, liegen schlicht weg falsch, weil sie sich von der äusseren Fassade täuschen lassen. Ich befinde mich zu oft in meiner eigenen Welt und daran lasse ich nur selten jemanden teilhaben. Das verlangt hundertprozentiges Vertrauen und das von mir zu bekommen ist schwierig bis fast unmöglich. Genauso bekommt man mich nicht ganz. Nach aussen versuche ich den Schein zu wahren. Das macht mich weniger verletzlich und angreifbar. Ich denke über viele Dinge nach, meist über zu viele. In den letzten Jahren aber auch viel über mich. Mich interessiert die Welt wie sie ist, nicht wie sie sein soll. Menschen, die nur an sich denken, für die nichts zählt und ihre Augen verschließen, mag ich nicht. Ich kann es nicht leiden, wenn man über mich bestimmt und mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich lass mich nicht umformen, nur weil ich dann bequemer bin. Ich schlafe schlecht und träume selten mal was schönes. Ich ziehe mich zurück und möchte oft meine Ruhe, weiß aber, dass das nicht immer gut für mich ist. Ich hab nicht für alles und jedes die Kraft. Es gibt aber Momente, da hab ich den Eindruck ich hab zuviel davon. Es gibt Zeiten, in denen ich nur funktioniere. Ich bin lieb und nett, was aber auch mal schnell ins Gegenteil umschlagen kann. Manchmal bin ich schlecht gelaunt, lass das aber in den wenigsten Fällen an meinen Mitmenschen aus. Ich hab sehr wenige Freunde. Und es ist auch nicht einfach, mich als Freund zu bekommen und zu halten. Es gibt Menschen, die sind mir mit das Liebste auf der Welt, für die bin ich gern und jederzeit da. Ich bin aber auch anderen gegenüber hilfsbereit.  Meist schweige ich viel lieber, als das ich rede. Es gibt Menschen, in deren Gegenwart ich mich super wohl fühle und deren Nähe mir gut tut. Den Menschen, auf die das nicht zutrifft, würde ich es manchmal am liebsten auch zeigen. Ich bin stur und dickköpfig und brauch meine Zeit bis ich wieder einlenken kann. In meinem Kopf sind zu viele negative Gedanken, die sich nicht so einfach abschalten lassen. Ich bin kein Optimist, bei mir ist das Glas halb leer. Ich kann keine kurzärmligen Oberteile anziehen, weil ich mich selbst verletze. Die meiste Zeit über  trage ich schwarz. Es gibt Tage, an denen geht es mir gut. Meine Grenzen sind sehr oft erreicht. Manchmal esse ich zu wenig und manchmal meines Erachtens viel zu viel. Ich rauche zuviel und trinke noch mehr Kaffee. Von Alkohol, ausser mal ein Glas Wein, halte ich so gut wie gar nichts. Ich hab oft Angst. Ich versuche mich so gut es geht von der Gesellschaft  abzugrenzen, schaff das natürlich nicht immer, weil ich leider irgendwo dazu gehöre. Ich habe keine Angst vor meinem eigenen Tod, ausser er würde plötzlich, ohne Ankündigung vor mir stehen. Ich beschäftige mich oft mit Tagträumerei. Ich traue mich vieles nicht und habe oft Selbstzweifel. Mein Nymphensittich liebt meine Katze und mein Hund hört nicht immer auf mich, ist dafür aber der beste Beschützer, den ich jemals haben werde. Ich wurde als Kind missbraucht, mit 15 und 19 vergewaltigt...   

 

anfang       steckbrief