Ein Trauma entsteht nach einem Erlebnis, welches von höchster Belastung und Verzweiflung geprägt ist. Betroffene haben außergewöhnliche Erfahrung von Lebensgefahr, Todesbedrohung und Körperverletzung gemacht. 

Der Begriff Trauma kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie seelische Verwundung (Wunde).

Die Unfähigkeit, das Ganze angemessen zu verarbeiten macht die Erfahrung erst zu einem Trauma. Die Entwicklung des Traumas passiert nicht sofort nach dem Ereignis, sondern entsteht erst Wochen oder Monate später und bei manchen, was zwar äußert selten ist, entsteht es erst nach Jahren.

Nicht alle Betroffene empfindet gleich, aber gewöhnlich hat man meist mit Angst und mit Taubheit auf emotionaler Ebene zu tun. Man ist traurig, macht sich selbst Vorwürfe, hat Schamgefühlen und Schuldgefühle. Es wird sogar daran gezweifelt eine selbst denkende Person zu sein und es wird oft nur schwer in die wirkliche Welt zurück gefunden. Die persönliche Unverletzlichkeit wird bei vielen Überlebenden durch die Vergewaltigung im Bewusstsein zerstört oder um Jahre zurück geworfen. Genauso erkennen die Opfer das es keine Sicherheit für die Unverletzlichkeit der eigenen Person gibt und auch nicht für die der Anderen.

Betroffene haben durch das Ereignis das eigene Selbst und die Fähigkeit das Selbstwertgefühl zu erhalten, sowie die Fähigkeit zu lieben oder zu trauern verloren, eigene Bedürfnisse werden nicht mehr erkannt, man fühlt sich abgestumpft und sich von anderen und der Umwelt entfremdet. Weiter haben Betroffene meist Schlafstörungen, können kaum ein- bzw. durchschlafen, haben Alpträume oder „Flash-Backs“. Das ungewollte Wiedererleben, zum Beispiel durch Geräusche, Geschmacksempfindungen, körperliche oder gefühlsmäßige Reaktionen wie zum Zeitpunkt der traumatischen Erfahrung, wird als sehr belastend befunden und die Erinnerungen, wie bestimmte Bilder und Gedanken, werden unterdrückt und ähnliche Situationen zu meiden versucht. Traumatisierte leben oft in ständiger Angst, dass das Geschehen wieder passieren könnte, man hat Konzentrationsschwierigkeiten, eine übertriebene Schreckreaktion und ist erhöht wachsam. Die Wahrnehmung und das Empfinden des eigenen Körpers kann von vielen Überlebenden wie „ausgeschaltet“ werden, es gibt kein Gefühl mehr für sich selbst und man erlebt sich als fremd oder tot, zum Beispiel durch Selbstverletzung wird das Gefühl „am Leben zu sein“ versucht wiederherzustellen. Manche Überlebende können sich auch wie in eine Art Trance begeben um die zugefügten Schmerzen nicht mehr ertragen zu müssen oder von inneren Erregungen abzuschalten.

Abschließend möchte ich noch sagen, ein Trauma ist eine ganz normale Reaktion auf eine Vergewaltigung oder auf sexuellen Missbrauch, auch wenn wir uns unser Verhalten selbst oft nicht erklären können und sich manche Symptome nicht immer im Zusammenhang mit der Tat erkennen lassen.

anfang