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Bei
den wenigsten können die psychischen Folgen einer Vergewaltigung richtig
abgeschätzt werden. Schon alleine aus dem Grund, weil jedes Opfer anders mit
dem Erlebten umgeht und entsprechend anders darauf reagiert. Manche
brechen weinend zusammen, stehen unter Schock, fühlen sich von sich und von der
Umwelt entfremdet und nehmen das Geschehene um sich herum kaum oder gar nicht
wahr. Für viele entwickelt sich nach dem Erlebnis ein schweres Trauma,
sie suchen die Fehler bei sich und geben sich die Schuld für das was
passiert ist. Es gibt Opfer, die nach der Tat an „Sprachlosigkeit“ leiden,
viele fühlen sich innerlich wie tot oder verstehen ihr eigenes Verhalten nicht.
Viele haben Angst verrückt zu werden, weil sie durch die Erinnerung an das
Erlebte verfolgt werden. Oft kommen Suizidgedanken auf und auch
Selbstmordversuche sind nicht selten. Neben einem gestörten Verhalten zum
eigenen Körper, einem geringen Selbstwertgefühl, Selbstverletzungen,
Lügen, Hass, Selbsthass, Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Alpträumen
und Depressionen können Essstörungen,
Schlafstörungen, Leistungsstörungen, Konzentrationsschwäche,
Unterleibsschmerzen und Kopfscherzen auftreten. Manche Opfer flüchten in die
totale Isolation und fürchten das sie einfachste Alltagsaufgaben nicht mehr bewältigen
können. Nach
einiger Zeit macht es den Anschein, dass sich das Opfer wieder gefasst hat und
zum normalen Alltag zurückkehrt, aber meist handelt es sich hierbei um einen
Verdrängungsprozess, bei dem versucht wird alles so schnell wie möglich zu
vergessen. Dadurch das es aber zu viele Anlässe für Auslöser gibt, welche die
Erinnerungen plötzlich wieder kommen lassen, leiden die meisten Opfer über
Jahre bzw. das ganze Leben unter den Folgen. Meist sind es dann Anlässe, die für
Aussenstehende oft gar nicht nachvollzogen werden können, zum Beispiel,
Zeitungsberichte, Filme, ärztliche Untersuchungen, Geräusche, Ähnlichkeiten
mit dem Täter, Wiedersehen des Täters, Gespräche die andere Menschen über
bestimmte Themen haben oder angebliche Witze oder Witzelein die im Zusammenhang
mit dem Thema stehen. Manche
Frauen und Mädchen schaffen es, sich kurz danach jemanden anzuvertrauen und
sich ärztliche Hilfe zu suchen. Oft dauert es aber Jahre, bis man sich
entschließt sich mit dem Erlebten auseinander zusetzen bzw. sich Hilfe zu suchen.
Über die Vergewaltigung und über die damit verbundenen Gefühle zu
sprechen ist ein schwieriger Schritt, oft denkt man das man sowieso nicht
verstanden oder einem gar nicht erst geglaubt wird.
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